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Im Pyjama über die "Streif"

Die nächste Generation

Über Nacht zum Traumjob für das ganze Jahr - ein Berufsleben lang.

18. Jänner 1975. Ein kleines Wohnzimmer, frisch tapeziert in modernem Pop-Art Design mit grünen konzentrischen Kreisen. Die gesamte Familie hat sich um den Couchtisch aus dunklem Nussholz versammelt und drückt den österreichischen Skiassen beim traditionellen Hahnenkammrennen in Kitzbühel die Daumen. Mangels fehlender Zwischenzeitmessung bei der Fernsehübertragung stoppt das Familienoberhaupt exakt bei jedem Sprung über die Hausbergkante die Zeit. „Das wird knapp für Franz Klammer!“.

Noch im aerodynamischen Jersey Slim-Fit Pyjama, aber mit Skischuhen und neuen Skiern, die das Christkind freundlicherweise gebracht hat, an den Füßen, fährt der jüngste Spross der Familie in tiefer Klammer-Hocke mit den Helden der Skination mit. Mit einem gewaltigen Sprung geht es über die Mausefalle. In der Ausfahrt Steilhang graben sich die Kanten der grün-weißen Fischer C4 so richtig tief in den hochflorigen Teppich. Eine Sensation liegt in der Luft.

„Im Winter ein mutiger Abfahrtsprofi wie der Klammer und im Sommer ein großer Landwirt mit einem starken Mähdrescher wie der Kastnerbauer aus Mörschwang. Der perfekte Traumjob.“
//Andreas Fill (im Alter von knapp 5 Jahren)

Dass aus diesem kindlichen Wunsch nichts geworden ist, sieht Andreas Fill heute natürlich sehr gelassen. Kein Wunder, hat er doch im Alter von knapp 30 Jahren die besondere Gelegenheit erhalten, ein erstklassiges Maschinenbauunternehmen zu übernehmen und dieses gemeinsam mit seinem Team laufend weiterzuentwickeln. Dem Karrieresprung des Firmengründers zur Folge geschieht der Generationswechsel beinahe über Nacht. Von Beginn an verlangen Josef Fill die täglich 18 Stunden Wirtschaftspolitik als neuer Landesrat alles ab und machen ihm das Loslassen im Unternehmen unerwartet leicht. 

Diese „Freiheit“ wissen Andreas und sein Team gut zu nutzen und gehen in Sachen Kommunikation und Markenbildung mitunter neue Wege. Das erste Intranet wird programmiert, die Pressearbeit auf professionelle Beine gestellt und der Außenauftritt völlig neu designt. Aus „Technik der Zukunft“ wird „Fill your Future“.

„Die Möglichkeit, gemeinsam mit meiner Frau und einer tollen Mannschaft Außergewöhnliches zu schaffen, ist ein besonderes Privileg. Und dies nicht nur im Sommer und im Winter“, freut sich Andreas Fill über seinen Traumjob in all den Jahren. Auch wenn Josef Fill nicht alle Projekte von Anfang gutgeheißen hat, präsentiert er das moderne Fitnesscenter oder die Kinderbetreuung Planet Filli Future mittlerweile voller Stolz.

 „Nicht geschimpft ist schon gelobt.“ Diese in unseren Breitengraden gelebte Art der Anerkennung gilt für die Gründergeneration heute noch genauso wie damals am 18. Jänner 1975. Obwohl in ultimativer Bestzeit über die Wohnzimmer-Streif zum unglaublichen Sieg gerast, hielt sich der Beifall für den kleinen Möchtegern-Downhiller in Grenzen. Vielleicht lag es aber auch am Wohnzimmerteppich, den Andreas mit seinen scharfen Stahlkanten etwas ramponiert hatte.

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