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Die archaische Welt der Eisengussbearbeitung

Wie Fill die Eisengusswelt aus der industriellen Steinzeit in die Moderne holt

Der GRIND PERFORMER F automatisiert die „Knochenjobs“ in den Eisengießereien beim Bearbeiten von Gussteilen von Losgröße 1 bis zur Serienfertigung.

 

Eisengussteile - egal welcher Art und Größe - zu bearbeiten, ist manuelle Knochenarbeit, die den Eisengießern körperlich alles abverlangt. Extreme Hitze, Lärm, Staub, schwere Schutzkleidung und durch ungesunde Gase angereicherte Luft definieren das Arbeitsumfeld. Unter diesen Bedingungen müssen die Arbeiter Gussteile manuell entgraten, aufdornen, trennen, schleifen, schlagen und fräsen.

 

„Für Eisengießereien ist es sehr schwierig, Personal für diese körperlich belastenden Tätigkeiten zu finden, obwohl überdurchschnittlich hohe Löhne bezahlt werden.“
//Manfred Siebinger, Projektierung Kompetenz Center Gießereitechnik

Und diese Arbeiten sind oft sehr langwierig. Ein namhafter Großmotoren-Hersteller gießt und bearbeitet zum Beispiel pro Woche fünf riesige bis zu 100 Tonnen schwere Schiffsmotoren. Für das Entgraten eines dieser Motoren sind sieben Tage in drei Schichten mit jeweils sieben Personen notwendig. Das sind 147 Manntage. Dabei wird das Gussteil mit Schlagbohrmaschinen, Hammer, Flex und verschiedenen anderen Handwerkzeugen bearbeitet. Und das alles unter schwierigen Bedingungen.

Dieser enorme Aufwand an Manpower und die starke Belastung der Arbeiter macht es für die Eisengießereien immer schwieriger, genügend Mitarbeiter zu finden, die bereit sind, diese Arbeit zu verrichten. So wird die Putzerei speziell in den europäischen Eisengießereien immer mehr zum Flaschenhals.

Es war offensichtlich an der Zeit, sich der Behebung dieses Problems zu widmen.

 

Daher haben wir bei Fill eine revolutionäre Lösung, den GRIND PERFORMER F, entwickelt: einen Comau-Roboter mit Sinumerik-Steuerung, der mittels vollautomatischem Werkzeugwechselsystem die verschiedenen Bearbeitungsschritte beim Entgraten von kleineren bis hin zu riesigen Eisengussteilen automatisch durchführt. Neben der Zeitersparnis, der Flexibilität, der Qualität und Reproduzierbarkeit der Bearbeitung ist es vor allem die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, die durch den Einsatz des GRIND PERFORMER F erreicht wird und ihn zur idealen Lösung macht.

Ein weiterer Quantensprung in der Automatisierung der Eisengießereiwelt ist die Zusammenarbeit des GRIND PERFORMER F mit FILL STUDIO. Dieses von Fill selbst entwickelte Programm ermöglicht eine sehr einfache Programmierung. Der Mitarbeiter an der Anlage braucht keine speziellen Vorkenntnisse, um diese in kurzer Zeit bedienen zu können. Auf der Bedienoberfläche wird das Werkzeug ausgewählt und anschließend werden am 3D-Modell die Bearbeitungsschritte bestimmt. Das ist sehr einfach und funktioniert über visuelle Einstellungen.

FILL STUDIO mit Kamerasystem

Der nächste Entwicklungsschritt in der Bearbeitung von Eisengussteilen ist das Zusammenspiel eines Kamerasystems mit FILL STUDIO. Dabei wird mit Hilfe der Kamera und einer speziellen Software automatisch ein 3D-Modell eines Gussteils generiert. FILL STUDIO erkennt dann automatisch die benötigten Bearbeitungen und gibt den Auftrag zur Bearbeitung an den GRIND PERFORMER F weiter, der dann die Bearbeitungen vollautomatisch durchführt.

„Unser besonderes Augenmerk bei der Entwicklung von FILL STUDIO liegt auf der einfachen Bedienung der Software, deshalb wird die gesamte Bahngenerierung visuell programmiert. Der Bediener muss weder ein Roboter- noch ein Simulations-Experte sein, sondern Fachmann im Bereich der Bearbeitung von Eisengussteilen.

//Tobias Wageneder, Softwaretechnik Simulation und Virtuelle Inbetriebnahme

Zu erleben, wie technische Lösungen auch im 21. Jahrhundert noch drastische Verbesserungen von menschlichen Arbeitsbedingungen erzeugen können, ist die schönste Bestätigung für ein Entwicklungsprojekt. Wer Qualität sucht, wird auch Menschlichkeit finden.

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