NEWS

Da ist doch der Wurm drin

Holzkosmetisierung – der neueste Beauty-Trend

Neue Methoden zur Aufbereitung von Holz führen zu erstaunlichen und vor allem nachhaltigen Lösungen im Holzbau.

Holz ist ein vielseitiges Material, das, aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, große Vorteile bietet. Die Fähigkeit von Bäumen, Kohlendioxid mit Hilfe des Sonnenlichts in Sauerstoff umzuwandeln, bildet die Grundlage für ein funktionierendes Ökosystem und macht Leben auf der Erde überhaupt erst möglich. Auch das zunehmende Umweltbewusstsein im modernen Bauwesen hat die Bedeutung von Holz als nachwachsenden Rohstoff gestärkt.

Holz ist ein Naturprodukt – und natürlich folgt der Holzwuchs unter dem Einfluss von Wetter, Wind und Niederschlag ganz eigenen Regeln. Holz- und Wuchsfehler können die Nutzbarkeit des Rohstoffes beeinträchtigen, die Verwendbarkeit einschränken oder die Ausbeute verringern. Was für den Holzwurm ein Festmahl war, scheitert an den Qualitätskriterien des Menschen. Aus einem Baumaterial wird Abfall. Statt CO2 zu binden, wird das Klima-Gas durch Verbrennung wieder freigesetzt.

Aber muss eigentlich immer alles makellos sein? Ist neu immer besser? Ist Perfektion schöner als Natürlichkeit? Sollte man der Werbephrase „Reparieren statt wegwerfen“ nicht auch endlich Bedeutung verleihen?

Holzkosmetik kann hier eine Lösung sein. Astlöcher oder schwarze Rindeneinwüchse können beispielsweise mit Naturastdübeln repariert werden. Auch offene Harzgallen und Risse lassen sich mit Naturholzschiffchen oder Holzkitt füllen. So werden die wertvollen CLT-Platten auf SPEEDFILLER Anlagen ausgebessert und somit aufgewertet. Mit den SPEEDFILLER Anlagen von Fill existieren bereits Lösungen zur automatischen Ausbesserung von Sperrholz- oder Schalungsplatten.

Fill realisierte erstmals eine Anlage, die in der Lage ist, Oberflächen von bis zu 16,5 m langen Brettsperrholzelementen vollautomatisch zu reparieren. „Es ging also wieder einmal darum, das Unmögliche möglich zu machen“, erzählt Karl Metz, seit 2007 in der Projektierung bei Fill tätig. Seine besondere Gabe ist das Verständnis für Prozesse und ihre Übersetzung in technische Lösungen.

„Projekte beginne ich eigentlich immer von hinten. Zuerst schaue ich mir an, wie es der Kunde bisher gemacht hat, was das Problem dabei ist, und wie wir das lösen können.“

//Karl Metz, Projektierung Kompetenz Center Holz, Fill Gesellschaft m.b.H.

Bei CLT-Hauswandplatten waren die – im Vergleich zu bekannten Anwendungen – großen Formate eine noch nie dagewesene Herausforderung. Unter schwersten, ergonomisch problematischen Arbeitsbedingungen mussten die 16,5 m langen Platten bisher manuell kontrolliert und ausgebessert werden. Ziel war es folglich, eine vollautomatisierte Anlage zu bauen, die in Sachen Effizienz, Präzision und Geschwindigkeit der menschlichen Leistung in nichts nachsteht.

„Zu Beginn der Planungsphase entstanden riesige Anlagen, die nicht nur den Platzbedarf, sondern auch jegliches Budget gesprengt hätten. Ein anfangs angedachter 3,4 Meter breiter Scanner zur Fehlstellenerkennung hätte bereits ein Vermögen gekostet. Das Ziel lautete also, das Ganze abzuspecken und zu vereinfachen. Am Ende haben wir es geschafft, zwei Anlagen zu einer relativ kompakten zu kombinieren, die vollautomatisiert das gesamte Spektrum der Holzkosmetisierung bedient.

//Karl Metz, Projektierung Kompetenz Center Holz, Fill Gesellschaft m.b.H.

Das Problem mit der Größe wäre nun gelöst, die Arbeitsbedingungen optimiert. Was aber hat das alles mit dem anfänglich erwähnten Thema Nachhaltigkeit zu tun? Nun, wenn wir die Geschichte noch kurz zu Ende denken… Auf der einen Seite haben wir das Naturprodukt Holz, welches ab und an mit kleinen Qualitätsmängeln herangewachsen kommt. Auf der anderen Seite haben wir mit dem SPEEDFILLER eine Ausbesserungsanlage, die - unabhängig von der Größe - Holzfehler jeglicher Art problemlos beheben kann. Vereinfacht gesagt, der Nachhaltigkeitsgedanke beim Ausbessern von Holzplatten besteht darin, dass nun auch qualitativ schlechteres Holz verwendet werden kann, welches sonst vielleicht dem Hackschnitzeltod zum Opfer gefallen wäre. Es zeigt, dass man Nachhaltigkeit findet, wenn man in der Natur nach Schönheit sucht.

Weitere Fill-Geschichten